„Was passiert in deiner Nachbarschaft?“ Was früher nur im Regionalteil der Tageszeitung zu finden war, gibt es jetzt auch im Netz. Tageszeitungen präsentieren umfangreiche lokale Informationen online und neue hyperlokale Angebote generieren Informationen zusammen mit ihren Nutzern. Müssen große Medienhäuser auf die hyperlokalen Angebote reagieren? Wie schaffen es die wiederum, auf Dauer einen so interessanten Inhalt zu bieten, dass die User diesen Service wirklich annehmen? Und wie kann das sinnvoll finanziert werden?
Ulrike Langer von medialdigital.de hat dazu eine eindeutige Meinung: „Lokale Medienunternehmen sitzen auf ungehobenen Schätzen. Wer sonst, außer vielleicht Stadtarchive, besitzt ein solche Fülle von Informationen über Ereignisse und Themen vor Ort? Doch lokale Redaktionen nutzen zu selten datenbankbasierte und soziale Webtechnologien, um mit ihren Pfunden zu wuchern. In vielen lokalen Themen steckt viel mehr als eine Geschichte. Und die übliche lineare Präsentationsform – ein Bericht mit einer Auswahl von Fotos – ist oft nicht der optimale Weg, um die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu erfüllen.“
Die Koblenzer Rheinzeitung zeigt, wie man Social Media sinnvoll als Werkzeug einsetzen kann. Marcus Schwarze, Mitgleid der Chefredaktion, gibt einen Einblick: „Twitter ist unser 14. Lokalteil, Social Media verkörpert die Kneipe um die Ecke, in der wir hören, wie was ankommt und wo der Schuh drückt. Dabei ist Social Media für die Rhein-Zeitung mehr als Twitter und Facebook. Instagram haben wir für unsere Zwecke umgewidmet und mit dem Schlagwort “Rheinstagram” inzwischen 10.000 Fotos bei unseren Lesern aus der Region eingesammelt. Die neuen Google+-Gruppen ermöglichen eine ähnliche Einrichtung einer Fotocommunity. Und wir nutzen die Dienste aktiv, um auf Themen zu stoßen, die normalerweise an unserer Redaktion vorbeigehen würden.“
Neben Ulrike Langer und Marcus Schwarze zeigt auch Lutz Knappmann, Chefredakteur von Süddeutsche.de, wie lokale Medienhäuser es schaffen können, für Ihre Nutzer relevanter zu werden.